Verfahrensvergleich bei der Fluidinjektionstechnik

Durch das Entfernen nicht benötigten Materials aus dem Bauteilkern und dem nahezu ohne Druckverlust von innen wirkenden Nachdruck durch das Fluid sind neue Designs und eine sonst nicht erreichbare Qualität der Bauteile möglich. Ebenso verbessert man drastisch die Wettbewerbsfähigkeit durch eine massive Kostenreduzierung [Einsparung von Material und Zykluszeit]. Nicht außer Acht lassen sollte man hierbei den Umweltgedanken. Das Fluidverfahren, insbesondere das wasserbasierende, reduziert die CO₂-Emission mit dem PME Know-how um bis zu 80%.

Dabei stellt sich zentral die Frage: Gas versus Wasser

Grundsätzlich haben diese beiden primären Verfahren ihr spezifisches Anwendungsgebiet, wobei dies überwiegend durch die Bauteilanforderung definiert wird. Im Übergangsbereich der Verfahrensauswahl entscheiden im Einzelfall die Gesamtkosten, die zu erwartende Stückzahl oder aber pragmatisch, welche Anlagentechnik bereits vorhanden ist.

Tendenziell bevorzugt man Gas immer dann, wenn Schwindung kompensiert werden soll, Masseanhäufungen nicht vermeidbar sind, Kanalquerschnitte sehr klein sind, Wasser nicht aus dem Bauteil entfernt werden kann oder die Baugröße des Injektors ausschlaggebend ist.

Wasser hingegen kommt automatisch zum Zuge, wenn die Querschnitte und die Kanallänge in Abhängigkeit vom Material für die Gasinjektionstechnik zu groß werden und wenn bei unverstärkten Kunststoffen eine glatte, geschlossene Oberfläche gefordert ist, z.B. im Sanitärbereich. Im Allgemeinen spielt aber neben dem geringen Verzug die Restwanddicke eine zentrale Rolle. Betriebswirtschaftlich gesehen stehen die wesentlich kürzeren Zykluszeiten und die nicht anfallenden Fluidkosten bei der Auswahl von Wasser im Vordergrund.  Bei großen Stückzahlen kann dies zu einer Reduzierung der Investitionskosten um bis zu 50% führen [Halbierung der Fertigungslinien aufgrund des Effizienzanstiegs jeder einzelnen Linie].

Immer öfter reichen bei innovativen neuen Produkten die bekannten Standardverfahren der Fluidinjektion nicht mehr aus. Hier steht dann eine wachsende Zahl von Sonderverfahren zur Verfügung; wie z.B. die Combined Injection Technologie (CIT). Bei diesem Verfahren sind Wasser- und Gasinjektion in einem Bauteil kombiniert. Bereiche mit größeren Querschnitten (z.B. Griffe) werden mit WIT ausgeformt, zur Schwindungskompensation an Rippen aber z.B. simultan GIT eingesetzt. [Bei PME kann beides in einem Steuergerät und in einer Rezeptur kombiniert werden]. Typische Anwendungsfälle sind hier z.B. Verkleidungen mit rückseitigen Rippen und Griffbereichen, Türtaschen, Motorrad-, Roller- und Gepäckträger.

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